Honda Pan European ST1100

Die Honda Pan European ST1100 habe ich im Jahr 2015 gekauft. Der Grund war eigentlich ganz einfach: Ich wollte ein Motorrad, das bequem ist, zuverlässig läuft und auch nach vielen Kilometern nicht das Gefühl gibt, man müsse sich danach zuerst wieder zusammenbauen lassen.

Und genau das konnte die Pan. Gross, gemütlich, reisefreudig und mit einer unglaublichen Reichweite. Mit ihrem V4-Motor zieht sie wunderbar aus niedrigen Drehzahlen durch. Kein nervöses Hochdrehen, kein Drama, einfach sattes, ruhiges Vorwärtskommen. Genau so, wie man es auf langen Touren gerne hat.

Mit den Koffern war sie ideal zum Reisen, auch zu zweit. Platz genug für Gepäck, bequem genug für 

Strecken und vom Charakter her eher der gemütliche Langstrecken-Gleiter als die nervöse Kurvenfräse. Kurz gesagt: ein Motorrad, mit dem man einfach losfahren will.

Natürlich wäre ich nicht ich, wenn alles einfach original geblieben wäre. Ein paar Dinge haben mir natürlich noch gefehlt. Also bekamen die Spiegelabdeckungen Lautsprecher verpasst, unterhalb der Scheibe wurde ein Radio eingebaut und Griffheizung durfte selbstverständlich auch nicht fehlen. Denn kalte Finger auf Tour? Nein danke.

Ein Projekt, das leider nie ganz fertig wurde, war die elektrische Scheibe. Die Idee war richtig cool und technisch spannend. Aus Gründen, die ich hier nicht weiter ausbreiten möchte, konnte ich sie leider nie fertigstellen. Aber die Sache an sich war genial, und genau solche Umbauten machen für mich den Reiz aus: tüfteln, ausprobieren, verbessern und schauen, was möglich ist.

Unten seht ihr ein paar Fotos von den Veränderungen, die ich an der Pan European gemacht habe. Nicht alles war perfekt, nicht alles wurde fertig, aber genau das gehört irgendwie dazu. Es war ein Motorrad mit Charakter, viel Komfort und einer grossen Portion Reisefieber.

Erster Radio-Umbau an der Pan European

Das war mein erster Versuch, bei der Honda Pan European ein Radio sauber unterzubringen. Die Halterungen wurden aus GFK gebaut und direkt an die Spiegelabdeckungen angepasst. Rückblickend war das schon ziemlich speziell, aber genau solche Ideen machen ja den Reiz aus.

Verbaut war ein Marine-Radio mit DAB, das über vier Jahre zuverlässig seinen Dienst gemacht hat. Dazu kamen Lautsprecher links und rechts bei den Spiegelabdeckungen, ein Schalter zum Umschalten zwischen Musik über die Boxen oder über die Helmlautsprecher und kleine Kontrollleuchten, damit man auch wusste, was gerade eingeschaltet ist.

Links daneben hatte auch noch der TomTom 400 seinen Platz. Damit war die Pan fast schon ein kleines rollendes Wohnzimmer: Navi, Musik, DAB und Komfort, alles sauber im Cockpit untergebracht. Nicht ab Werk, aber definitiv mit viel Herzblut gebaut.

Radio-Umbau 2.0

Beim zweiten Radio-Projekt wollte ich den ersten Umbau etwas eleganter weiterführen. Die Lautsprecher auf den Spiegelabdeckungen blieben, denn die hatten sich bewährt. Neu sollte aber ein besseres Marine-Radio eingebaut werden, und zwar so, dass es optisch besser zur Pan European passt.

Die Idee war, das Radio nicht mehr einfach vorne aufzusetzen, sondern sauber in die Lenker- bzw. Cockpitverkleidung zu integrieren. Also wurde angepasst, gespachtelt, geschliffen und lackiert, bis das Ganze mehr wie ein Teil vom Motorrad wirkte.

Leider blieb auch dieses Projekt am Schluss nicht ganz fertig. Aber die Idee war stark: weniger Bastellook, mehr Pan-European-Cockpit mit Musik an Bord.

Elektrische Scheibe? Natürlich wollte ich das.

Irgendwann kam natürlich wieder dieser gefährliche Gedanke: „Wie cool wäre eigentlich eine elektrisch verstellbare Windschutzscheibe an der Pan European?“ Und zack, war das nächste Projekt geboren.

Die Teile dafür kamen grösstenteils vom Abbruch: ein Motor, ein Schienensystem vom Golf 2 und dazu eine ordentliche Portion GFK, Geduld und Optimismus. Der Plan war, aus diesen Teilen eine saubere Lösung zu bauen, die möglichst stimmig zur Pan passt.

Natürlich war das nicht einfach mal schnell gemacht. Es wurde angepasst, geschliffen, gespachtelt, wieder angepasst und zwischendurch sicher auch ein paarmal leise geflucht. Ganz fertig wurde das Projekt leider nie, aber die Idee war einfach genial.

Eine Pan European mit elektrischer Scheibe, selber gebaut aus Abbruchteilen und GFK? Genau mein Ding. Nicht ganz fertig, aber definitiv mit Charakter.

Digitale Anzeige

Eine Uhr am Motorrad ist praktisch. Aber nur eine Uhr? Da geht doch mehr. Also habe ich bei Amazon ein kleines digitales Anzeige-Modul gefunden, das gleich drei Dinge kann: Uhrzeit, Temperatur und Bordspannung.

Perfekt für die Pan European, denn gerade auf längeren Touren ist es schon gut zu wissen, wie warm oder kalt es ist und ob die Bordspannung noch brav mitspielt. Also wurde nicht lange diskutiert: Teil bestellt, angepasst und zack, eingebaut.

Klein, unauffällig und trotzdem richtig praktisch. Genau so mag ich solche Umbauten.

Navihalter zum selber machen

Im Internet habe ich einen Navi-Halter für die Pan European gesehen und dachte: „Ja, genau so etwas brauche ich.“ Dann kam der Preis: rund 100 Euronen. Da war der zweite Gedanke schnell klar: „Nein danke, das baue ich selber.“

Also wurde gemessen, angepasst, gebogen und geschraubt, bis der TomTom sauber mittig über den Armaturen sass. Stabil, praktisch und genau dort, wo man ihn auf Tour gut im Blick hat.

Das Beste daran: Kaum war das Teil fertig, wollten plötzlich alle auch so einen haben. Typisch. Erst lacht man über die Bastelidee, und am Schluss steht man mit einer kleinen Serienproduktion da.

Nicht gekauft, sondern selber gemacht. Spart Geld, macht Spass und passt am Ende erst noch besser zur eigenen Pan.

Bilder Pan European St1100